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„Terror“ in der Uraufführungsfassung

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Datum: 11.05.2017 um 20:00

Veranstaltungsort: Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1
Das Gerichtsdrama „Terror“ vom Erfolgsautor Ferdinand von Schirach ist ein Theater-Super-Hit, wie er in deutschsprachigen Landen selten vorkommt. Das hat zu tun mit der Brisanz des Stoffes, der klugen Dramaturgie – aber auch mit den Standards, die durch die Uraufführung am Frankfurter Schauspiel 2015 gesetzt worden sind. Genau diese erste, maßstabgebende Inszenierung, die der Frankfurter Intendant Oliver Reese auf die Bühne gebracht hat, wird bei der vierten Siegener Biennale zu erleben sein. Mit prominenter Besetzung zum Ensemble gehören u. a. Constanze Becker und Nico Holonics. Becker begeisterte das südwestfälische Publikum vor einigen Jahren in der Titelrolle von Sophokles‘ „Antigone“ (Regie: Michael Thalheimer). Holonics zeigte in der letzten Apollo-Spielzeit als Oskar Matzerath in Grass‘ „Blechtrommel“ eine phantastische Leistung (Regie: Oliver Reese) und probt in Siegen gerade „Große Liebe“ nach Navid Kermani (Uraufführung im Apollo am 3. Februar). Mindestens ebenso spannend ist die Tatsache, dass Regisseur Reese am Tag der Siegener Aufführung für ein Theatergespräch ins Apollo kommt. Außer ihm nehmen daran Nico Holonics teil, der den angeklagten Bundeswehroffizier spielt, sowie einer der profiliertesten deutschen Juristen, der ehemalige Bundesverfassungsrichter Herbert Landau (gebürtiger Wilgersdorfer). Moderieren wird der frühere Siegener Uni-Rektor Ralf Schnell. In „Terror“ geht es um den Bundeswehrsoldaten Lars Koch. Der Major steht vor Gericht und ist des 164-fachen Mordes angeklagt. Koch ist 31 Jahre alt, verheiratet, Vater eines kleinen Sohnes, wohnhaft in Berlin. Die Staatsanwaltschaft legt dem Kampfflieger zur Last, „am 26. Mai 2013 um 20:21 Uhr mit Hilfe eines Luft-Luft-Lenkkörpergeschosses ein Passagierflugzeug des Flugzeugtyps Airbus Industrie A320-100/200, das sich im Auftrag der Deutschen Lufthansa von Berlin nach München befand, abgeschossen und damit die sich in dem Flugzeug befindlichen 164 Menschen getötet zu haben". Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Denn zuvor hatten sich Terroristen der Maschine bemächtigt, um sie in die Münchner Allianz-Arena stürzen zu lassen, wo 70.000 Menschen ein Fußballspiel erlebten. Ferdinand von Schirach thematisiert am konkreten Fall die Würde und die Rechten des Menschen bzw. seiner moralischen Verantwortung. Im Mittelpunkt die schwierige Frage: Darf der Staat zur Terrorabwehr töten? Das Besondere an dem Stück: Die Zuschauer sind die Schöffen, müssen am Ende den Schuld- oder Freispruch verhängen. Diese Konstruktion macht „Terror" buchstäblich zum Gesellschaftsspiel. / Siehe auch: http://www.apollosiegen.de/

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